Die Domorgeln

Die erste Nachricht einer Orgel in der damaligen Pfarrkirche von Bozen stammt aus dem 15. Jahrhundert. Burkhard Distlinger erstellte in den Jahren 1484-1488 zwei Orgeln: eine kleinere hinter dem Hochaltar und die große an der Wand zwischen der heutigen sogenannten nördlichen Sommertür und dem Katharina-Altar.

1554 wollte der Rat der Stadt Bozen in die große Pfarrorgel den pusaun oder Regall einbauen lassen. Drei Jahre später wurde der Wunsch durch Ludwig Arnold erfüllt.
1595 und 1596 nahm der aus Nürnberg stammende, aber in Innsbruck wohnende Orgelbauer Georg Gemelich Umbauten an der Orgel vor. 1683 versetzte der aus Kollmann stammende, in Bozen ansässige Bürger Martin Junkhans, die große Orgel auf die neue Westempore.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde von Andreas Jäger aus Füssen mit dem Bau einer neuen Orgel betraut. Es handelte sich um eine ziemlich große Orgel mit Brüstungspositiv und freistehendem Spieltisch. Es wurden schließlich vier neue complete durch das ganze Manuale laufende Zungen- und Galanterie-Register, darunter voce humana und Trompeten von Messing eingebaut.

1796/97 baute der oberschwäbische Orgelbauer Joseph Höss aus Ochsenhausen ein neues Instrument auf der Westempore. Franz Bihler rühmte besonders eine Flöte ganz nach Art, wie jene in der Tridentiner Orgel zu S. Maria maggiore, sowie einen Violonbaß mit enger Mensur 16 Fußton, wobey zugleich eine zinnerne Pfeife auf Gambaart mit intoniert, der eine solche Wirkung macht, als hörte man 10 Violonbässe mit einem Striche intoniren.

Dem Trend der Zeit entsprechend erhielt Bozen im Jahr 1896 von der Orgelfabrik der Gebrüder Mayer aus Feldkirch in Vorarlberg eine neue Kegelladenorgel, welche jedoch im 2. Weltkrieg völlig zerstört wurde.

alte domorgel hell        Dom zerstört hell

Das heutige Instrument, eine dreimanualige, mechanische Schleifladenorgel von der Werkstatt Metzler und Söhne aus Dietikon (Schweiz), wurde unmittelbar nach dem Wiederaufbau des Domes 1964 erbaut. Das Instrument erhielt den Namen St. Gregorius Orgel.

ohne Orgel klein        Hauptorgel neu

Disposition der Hauptorgel…

Im Jahre 1997 gab Domkapellmeister und Domorganist Herbert Paulmichl den Auftrag eines Neubaus für eine Chororgel an die bereits bewährte Orgelbaufirma Metzler und Söhne. H. Paulmichl gab ihr den Namen Marienorgel und befindet sich im linken Seitenschiff auf der Höhe des Volksaltares.

Chororgel

Disposition der Chororgel…